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Zehn Punkte, auf die Ihr bei der Suche nach einer nachhaltigen Hochzeitslocation achten solltet
Die Wahl der Hochzeitslocation beeinflusst weit mehr als die Optik eures Festes. Sie entscheidet über Anfahrtswege, Energieverbrauch, Catering, Übernachtungen, Dekoration und darüber, wie viele zusätzliche Transporte überhaupt nötig werden. Wer eine Green Wedding plant, sollte deshalb nicht erst bei Blumen, Papeterie oder Gastgeschenken über Nachhaltigkeit nachdenken. Die Location ist einer der wichtigsten Ausgangspunkte.
Das bedeutet nicht, dass ihr auf eine besondere Atmosphäre oder euren Traumort verzichten müsst. Entscheidend ist, genauer hinzusehen und die richtigen Fragen zu stellen. Eine Location kann auf den ersten Blick sehr naturnah wirken und trotzdem einen hohen organisatorischen Aufwand verursachen. Umgekehrt kann ein bestehendes Hotel, Restaurant oder Gutshaus ökologisch sinnvoll sein, wenn Infrastruktur, Küche und Übernachtungsmöglichkeiten bereits vorhanden sind.

Die folgenden zehn Punkte sollen Euch dabei unterstützen, Nachhaltigkeit, Stil und einen gut funktionierenden Hochzeitstag miteinander zu verbinden.
Die Lage passend zu Euren Gästen wählen
Eine einsame Berghütte, ein Schloss am See oder ein Gutshof auf dem Land können wunderschön sein. Nachhaltig wird die Wahl aber erst, wenn die Wege dorthin realistisch betrachtet werden. Woher reist der größte Teil Eurer Gäste an? Gibt es eine Bahnverbindung? Wie weit ist der nächste Flughafen entfernt? Und müssen alle Gäste einzeln mit dem Auto kommen?
Eine Location muss nicht mitten in der Stadt liegen. Oft reicht es schon, wenn sie von einem Bahnhof aus mit einem gemeinsamen Shuttle erreichbar ist. Auch Fahrgemeinschaften lassen sich leichter organisieren, wenn ihr frühzeitig wisst, aus welchen Regionen eure Gäste anreisen. Achtet außerdem auf die Wege der Dienstleister. Wenn Catering, Floristik, Technik und Mobiliar jeweils über große Distanzen transportiert werden müssen, entstehen viele zusätzliche Fahrten.
Fragt euch deshalb nicht nur, ob ihr die Location schön findet, sondern auch, ob sie für die Mehrheit eurer Gäste und euer Team sinnvoll erreichbar ist.

Transport
Eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel ist ein großer Vorteil für eine Green Wedding. Prüft, ob Bus oder Bahn in der Nähe halten und ob die letzten Kilometer durch einen Shuttle abgedeckt werden können. Ein gemeinsamer Transfer ist meist entspannter (und lustiger :)) als viele einzelne Autofahrten und verhindert zugleich, dass Gäste nach der Feier selbst fahren müssen.
Lasst euch von der Location erklären, welche Lösungen sich bei früheren Veranstaltungen bewährt haben. Gibt es feste Partner für Busse oder Taxis? Kann ein Shuttle mehrfach fahren? Ist genügend Platz zum sicheren Ein- und Aussteigen vorhanden? Bei Hochzeitslocations am Berg solltet ihr zusätzlich klären, wie Gäste mit eingeschränkter Mobilität anreisen können und ob Fahrpläne von Bergbahnen oder Sonderfahrten berücksichtigt werden müssen.
Übernachtung – verlängert das Erlebnis!
Je näher eure Gäste übernachten können, desto weniger nächtliche Transfers werden benötigt. Ideal sind Locations mit eigenen Zimmern oder Unterkünfte, die zu Fuß erreichbar sind. Gibt es vor Ort keine Zimmer, kann ein reserviertes Kontingent in einem nahe gelegenen Hotel eine gute Lösung sein.
Kurze Wege machen die Feier nicht nur umweltfreundlicher. Sie sorgen auch für mehr Ruhe im Ablauf. Niemand muss sich spät am Abend um ein Taxi kümmern und am nächsten Morgen lässt sich ein gemeinsames Frühstück oder ein entspannter Abschied organisieren. Bei einer Destination Wedding lohnt es sich außerdem, einen Ort zu wählen, an dem Gäste mehrere Programmpunkte miteinander verbinden können, statt für jedes Ereignis erneut weiterzufahren.

Vorhandenes nutzen
Eine Location mit bestehender Infrastruktur benötigt meist weniger zusätzliche Ausstattung als eine freie Fläche. Bei einer Hochzeit auf einer Wiese müssen Zelt, Boden, Küche, Stromversorgung, Toiletten, Licht, Mobiliar und manchmal sogar Wasser eigens angeliefert werden. Das kann reizvoll sein, verursacht aber viele Transporte und einen hohen Material- und Energieeinsatz.
Schaut deshalb genau hin, was bereits vorhanden ist. Gibt es passende Tische und Stühle, Geschirr, Gläser, Tischwäsche, Beleuchtung, Tontechnik und einen wetterfesten Innenraum? Eventuell auch Dekorationsartikel, die genutzt werden können? Je mehr davon ihr sinnvoll nutzen könnt, desto weniger muss gemietet, transportiert und aufgebaut werden. Vorhanden bedeutet allerdings nicht automatisch passend. Prüft die Ausstattung frühzeitig, am besten schon bei der Locationbesichtigung, damit ihr bewusst entscheiden könnt, welche Ergänzungen gegebenenfalls nötig sind.

Energieversorgung und Verbrauch hinterfragen
Nachhaltige Hochzeitslocations, zumindest wenn sie sich selbst als solche vermarkten, sollten Auskunft darüber geben können, wie sie heizen, kühlen und Strom beziehen. Nutzt das Gebäude erneuerbare Energien oder Ökostrom? Wird die Beleuchtung überwiegend mit LED betrieben? Gibt es effiziente Kühlgeräte und ein sinnvolles Heizkonzept? Bei einer Sommerhochzeit kann auch die Verschattung der Räume wichtig sein, damit nicht unnötig stark gekühlt werden muss.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen abgelegene Orte, die für Veranstaltungen Generatoren benötigen. Fragt, wie die Stromversorgung konkret funktioniert und welche Leistung für Küche, Musik und Beleuchtung gebraucht wird. Technische Details wirken während der romantischen Locationsuche wenig spannend, haben aber einen direkten Einfluss auf die Umweltbilanz und die Zuverlässigkeit eures Festes.
Auch einfache Wassersparmaßnahmen wie eine Durchflußregulierung in den Toiletten, spezielle Perlatoren an den Waschbecken oder andere Einrichtungen können die Nachhaltigkeit noch einmal verbessern.
Catering
Die Location bestimmt häufig, welches Catering möglich ist. Manche Häuser arbeiten ausschließlich mit einer eigenen Küche, andere mit festen Partnern. Erkundigt euch, woher die Lebensmittel stammen, wie saisonal die Menüs geplant werden und ob vegetarische oder pflanzenbetonte Varianten selbstverständlich angeboten werden. Bei ganzjährig identisch angebotenenHochzeitsmenüs darf man auch einmal nachfragen, ob es Alternativen gibt, die an die Saison angepasst sind. Erdbeeren im November, Spargel im Spätherbst – das ist eindeutig weder saisonal noch nachhaltig. Ein saisonales Menü mit wenigen, gut ausgewählten Komponenten kann stimmiger und ressourcenschonender sein als ein übergroßes Buffet. Wenn Ihr Euch für ein Buffet entscheidet, erkundigt Euch, ob die Location es gestattet, dass die Reste eingepackt werden – oder was sonst damit passiert. Sorgt auch für die Hochzeitstorte und das Kuchenbuffet vor und stellt eine kleine „Packstation“ für die Reste auf.
Bio bedeutet übrigens nicht, dass jede Zutat aus der unmittelbaren Nähe kommen muss. Manchmal macht ein „nicht-bio“ Produkt vom Bauern nebenan mehr Sinn als der Bio-Apfel aus dem Alten Land in Oberbayern.
Fragt außerdem nach Leitungswasser, Mehrwegflaschen, regionalen Getränken, Wein aus der Region oder zumindest aus den Nachbarländern.

Leihen ist besser als kaufen
Eine Hochzeitslocation kann viel dazu beitragen, Einwegprodukte zu vermeiden. Geschirr, Gläser, Besteck und Stoffservietten sollten regulär vorhanden oder über einen Verleih verfügbar sein. Auch Kerzenhalter, Vasen, Staffeleien, Schilder oder Dekorationselemente werden von manchen Häusern mehrfach genutzt und können in das Gestaltungskonzept integriert werden. Wir haben auch schon Locations erlebt, meistens in den Bergen, die für die Feier kleine Wiesenblumensträuße gepflückt haben oder Kräutertöpfe hatten, die bei jeder Feier als Tischdeko verwendet wurden.
Fragt nach dem Abfallkonzept der Location. Werden Glas, Papier, Bioabfall und Verpackungen getrennt? Gibt es Wasserspender statt vieler kleiner Flaschen? Werden die Dienstleister angehalten, Verpackungsmaterial wieder mitnehmen? Besonders hilfreich ist eine feste Ansprechperson, die das Konzept auch am Hochzeitstag kennt und mit Catering, Service und Planung abstimmt.

Die Umwelt respektieren
Eine Hochzeit in der Natur braucht klare Regeln. Prüft, welche Flächen betreten werden dürfen, wie empfindliche Wiesen, Uferbereiche oder Wälder geschützt werden und ob es Vorgaben zu offenem Feuer, Konfetti, Feuerwerk oder lauter Musik gibt. Verwendet auch kein biologisch abbaubares Konfetti ohne ausdrückliche Erlaubnis. Was sich zersetzt, kann trotzdem Tiere gefährden oder lange sichtbar bleiben. Pflückt selbst keine Blumen, ohne vorab um Erlaubnis zu fragen und sicher zu sein, was geschützt ist und was nicht. Lasst keinen Müll liegen, zum Beispiel am Platz der freien Trauung – bestimmt vorab, wer dafür zuständig ist, dass der Platz wieder wie vorgefunden hinterlassen wird.
Fragt außerdem nach Wasserverbrauch und Abwasserentsorgung, insbesondere bei Hütten, Zelthochzeiten oder abgelegenen Anwesen. Eine gute Location kennt ihre Umgebung und kommuniziert Grenzen offen. Dazu gehört auch Rücksicht auf Anwohner. Festgelegte Ruhezeiten und ein durchdachtes Ende der Feier sind kein Stimmungskiller, sondern Teil eines verantwortungsvollen Veranstaltungskonzepts.
Plan B
Ein überzeugender Plan B für schlechtes Wetter ist auch aus ökologischer Sicht wichtig. Wenn bei Regen kurzfristig zusätzliche Zelte, Heizgeräte, Böden oder Transporte organisiert werden müssen, steigen Aufwand und Ressourcenverbrauch deutlich. Eine Location mit einem schönen Innenraum oder einer bereits überdachten Alternative schafft Planungssicherheit und schont Eure Nerven.
Lasst euch den Schlechtwetterbereich bei der Besichtigung zeigen und prüft, ob dort tatsächlich alle Gäste Platz haben. Wie schnell kann umgebaut werden? Können Trauung, Empfang und Dinner bei schlechtem Wetter stattfinden, ohne dass ständig Mobiliar hin und her transportiert werden muss? Gerade in den Bergen kann sich das Wetter auch im Hochsommer schnell verändern. Ein durchdachter Wetterplan bewahrt die Atmosphäre und verhindert hektische Notlösungen.
Papier ist geduldig
Begriffe wie grün, regional oder nachhaltig sind nicht geschützt und werden sehr unterschiedlich verwendet. Fragt deshalb nach konkreten Abläufen. Welche Energie wird genutzt? Woher bezieht die Küche ihre Produkte? Welche Einwegartikel kommen noch zum Einsatz? Wie werden Abfälle getrennt? Gibt es Umweltzertifizierungen, dokumentierte Ziele oder feste Kooperationen mit regionalen Betrieben?
Nicht jede kleine Location besitzt ein Zertifikat. Das allein sagt noch wenig über ihr Engagement aus. Entscheidend ist, ob eure Fragen offen und nachvollziehbar beantwortet werden. Lasst wichtige Vereinbarungen in das Angebot oder den Vertrag aufnehmen, zum Beispiel den Einsatz von Mehrweggeschirr, ein bestimmtes Cateringkonzept, Shuttlezeiten oder die Nutzung vorhandener Ausstattung. So werden aus guten Absichten verlässliche Bestandteile eurer Planung.
Die nachhaltigste Location ist nicht automatisch die mit dem größten Bio-Siegel oder der spektakulärsten Naturkulisse. Sie ist diejenige, die zu Euch, Euren Gästen, Anfahrtswegen und Eurem Ablauf passt und dabei möglichst viele vorhandene Ressourcen sinnvoll nutzt.
Nehmt Euch bei Besichtigungen Zeit für praktische Fragen und bittet um konkrete Antworten. Oft zeigt sich erst im Gespräch, ob Nachhaltigkeit fest im Betrieb verankert ist oder nur als schönes Schlagwort verwendet wird. Wenn Erreichbarkeit, Infrastruktur, Catering und Wetterplan zusammenpassen, habt ihr eine starke Basis für eine Hochzeit, die sich gut anfühlt und verantwortungsvoll geplant ist.
Eine kurze Checkliste für Euch:
☐ Wie reisen die meisten Gäste an und welche gemeinsamen Transfers sind möglich?
☐ Welche Ausstattung ist vorhanden und was müsste zusätzlich geliefert werden?
☐ Wie werden Strom, Wärme, Wasser und Abfall organisiert?
☐ Welche regionalen, saisonalen und pflanzenbetonten Cateringoptionen gibt es?
☐ Welche Übernachtungsmöglichkeiten liegen direkt vor Ort oder in der Nähe?
☐ Wie sieht der vollständige Schlechtwetterplan aus?
Ihr wollt mehr?
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Ihr möchtet Eure Hochzeit nachhaltiger gestalten? Auf SimplyMarried.net findet ihr ausgewählte Hochzeitslocations und Dienstleister aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die verschiedene Möglichkeiten rund um Green Weddings anbieten. Dabei geht es nicht um eine zu 100 % nachhaltige Hochzeit, sondern darum, bewusst die Bereiche auszuwählen, die zu Euch und Eurer Hochzeit passen.

Über die Autorin Uschi Glas ist Hochzeitsplanerin und freie Traurednerin bei 4 weddings & events in Garmisch-Partenkirchen. Seit mehr als 20 Jahren plant und begleitet sie Hochzeiten in Bayern, Österreich und im gesamten Alpenraum. Ihr Schwerpunkt liegt auf persönlichen Feiern, durchdachten Abläufen und Lösungen, die zur Umgebung und zu den Menschen passen.








